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Je näher man Lichtsteiners Bergmotive betrachtet, desto abstrakter werden sie. © Alois Lichtsteiner
Diverse Galerien, Bern

Grau ist eine vielfältige Farbe

13 Galerien, ein Wochenende und unerschöpfliche Farben- und Formenvielfalt, sogar in Grau – das bietet das Berner Galerienwochenende, respektive Alois Lichtsteiner in der Galerie Kornfeld.

Veranstaltungsdaten

FR 19.11.2021 12.00 - 30.01.2022
MO 24.01.2022
MO 24.01.2022 14.00
MO 24.01.2022 14.00
MO 24.01.2022 14.00
DI 25.01.2022
DI 25.01.2022 10.00
DI 25.01.2022 10.00
DI 25.01.2022 10.00
DI 25.01.2022 10.00
DI 25.01.2022 10.00
DI 25.01.2022 10.00
DI 25.01.2022 12.00
DI 25.01.2022 14.00
DI 25.01.2022 14.00
MI 26.01.2022
MI 26.01.2022 10.00
MI 26.01.2022 10.00
MI 26.01.2022 10.00
MI 26.01.2022 10.00
MI 26.01.2022 10.00
MI 26.01.2022 10.00
MI 26.01.2022 12.00

Berge sind ein äusserst beliebtes Natursujet in der Malerei. Das wird 
am diesjährigen Galerienwochenende deutlich. Die Galerie Kunstreich zeigt in «Landschaften und Angeschwemmtes» Berg- und Schneelandschaften von Thomas Grogg, Alice Gafner stellt in der Art + Vision die «Weitsicht» auf die Natur ins Zentrum. Die retrospektivische Ausstellung zum 25-Jahr-Jubiläum des Künstlerduos Com&Com in der Galerie Bernhard Bischoff & Partner zeigt Acryl- und Airbrush­bilder, die in ihrer kitschig-schönen Farbgebung fast zur Kontemplation nötigen. Und die Galerie Kornfeld präsentiert ihre dritte Schau von Alois Lichtsteiner – mit Bergmotiven.

Karge Vielfalt

Lichtsteiner schafft Bergmotive mit Öl auf Leinwand und Papier, aber auch Holzdrucke, wobei der Schweizer Maler die Druckstöcke je Druck anders anmalt. Dabei geht es nicht um identifizierbare Gipfel, Hörner oder Grate, sondern um die abstrakte Farbigkeit und karge Vielfalt oberhalb der Baumgrenze. Hier wird eine Grasnarbe unter dem Schnee oder ein Felsspitz zum entscheidenden Farbmoment.

Je näher man die Bilder Lichtsteiners betrachtet, desto abstrakter werden sie: Manchmal ist die Idee eines Berges oder Gerölls von Nahem nur schwer erkennbar. Weiss gemalte Flächen erhalten Tiefe, werden Schnee, Nebel oder Wolke, die Farben wiederum werden zu Flecken. Ein Bild in Rot könnte auch eine poetische Nahaufnahme eines Ausschlags oder von Brandwunden darstellen. Ein anderes Bild erinnert an schimmernden Bernstein. Grossformatige Werke feiern grau, das eine eigene Farbigkeit entfaltet. Es kann also durchaus passieren, dass man vor einem Lichtsteiner steht mit glasigem Blick, wie man ihn krampfhaft herstellt beim Betrachten von 3D-Bildern. Und der Künstler hat einen da, wo er einen haben will. In einem Videointerview sagte er: «Die Reduzierung verlangt mehr Aufmerksamkeit. Das Bild als Körper stellt sich zur Verfügung mit seiner Oberfläche, der Betrachter macht das Bild selbst zum Bild mit seinem Körper.»

Berge als Opus magnum

Bernhard Bischoff, Partner und Auktionator in der Galerie Kornfeld, blickt auf eine lange und enge Zusammenarbeit mit Lichtsteiner zurück; er spricht gar von einem «Alois-Blick», mit dem er, nach der Beschäftigung mit dessen Werken, die Berge in ihrem Detailreichtum anders betrachte. Und er spricht von äusserst qualitätsvoller Malerei, von einem «Tüftler» in Sachen Druckgrafik, der mit seinen frei gestalteten Schnee- und Felsflecken wohl sein «Opus magnum» gefunden habe. Muster und Schattierungen würden ihn umtreiben, das Thema Berg nun schon seit über 20 Jahren.

Niederschwelliger Kunstzugang

Nachdem die Ausstellung in der Galerie Kornfeld wegen der Pandemie zweimal verschoben werden musste, ist endlich die Betrachtung vor Ort wieder möglich. Und somit auch das, wovon Galerien und – im Idealfall – Kunstschaffende leben. Dazu Bischoff, der auch für die Galerie Bernhard 
Bischoff & Partner verantwortlich zeichnet und als Präsident der Schweizer Auktionshäuser amtet: «Primärmarkt-Galerien, die die Basisarbeit leisten und Kunst direkt aus dem Atelier ausstellen und verkaufen, haben es sehr schwer während der Pandemie.» Galerien lebten vom direkten Austausch vor den Werken, die teils auch für ein kleines Budget erschwinglich seien. «Galerien verkaufen mit den Kunstwerken Emotionen und Geschichten, während im Sekundärmarkt, dem klassischen Kunsthandel, die materielle Wertbeständigkeit eine grosse Rolle spielt; Kunstwerke werden da durchaus auch als Wertanlage angesehen», sagt Bischoff. Die Auktionen von Kornfeld liefen 2021 so gut wie noch nie in seiner über 150-jährigen Geschichte, fügt er an.

Das Galerienwochenende in Bern bietet die Möglichkeit, niederschwellig reinzuschauen und Kunst – und in gewissem Sinne auch die Natur – geniessen zu können. Auch andere elementare Themen wie etwa Tod, Trauriges und Düsteres sind zu sehen. «Schwarz wäre Ende» heisst die Ausstellung, in der ArchivArte «Morbide Werke aus dem Archiv» zeigt, die Vanitas-Bilder, Dantes Inferno genauso wie Erinnerungen an Krieg und Verlust vielfältig aufgreifen. Die Galerie Muster Meier wiederum widmet sich dem Klimawandel in «Apokalypse Now: Kunst und Klima». Ein Thema, das Graumalerei im abstrakteren und bitteren Sinne aufgreift.

Events zu diesem Artikel

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Cantonale Berne Jura 2021

Zum Jahresende öffnen im Rahmen der Cantonale Berne Jura zehn Ausstellungsinstitutionen ihre Türen für das aktuelle Kunstschaffen der Kantone Bern und Jura.  Diverse Orte, Bern 24.01.2022
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ALOIS LICHTSTEINER - NEUE ARBEITEN

Die Galerie Kornfeld widmet dem Schweizer Künstler Alois Lichtsteiner die dritte Einzelausstellung mit einer Auswahl an Arbeiten auf Leinwand und auf Papier. Eröffnung am Berner Galerienwochenende.  Galerie Kornfeld, Bern 24.01.2022, 14.00 – 17.00
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Landschaften und Angeschwemmtes

Malerei von Thomas Grogg sowie Objekte aus diversen Hölzern von Irène Le Goaster.  KUNSTREICH, Bern 24.01.2022, 14.00 – 18.00
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Zum Jahresende öffnen im Rahmen der Cantonale Berne Jura zehn Ausstellungsinstitutionen ihre Türen für das aktuelle Kunstschaffen der Kantone Bern und Jura.  Diverse Orte, Bern 25.01.2022
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Die vier monumentalen Gemälde im ersten Ausstellungsraum erstrahlen in Lapislazuli-Blau, drei davon sind in den Jahren 2020 und 2021 entstanden.  Museum Franz Gertsch, Burgdorf 25.01.2022, 10.00
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Landschaften und Angeschwemmtes

Malerei von Thomas Grogg sowie Objekte aus diversen Hölzern von Irène Le Goaster.  KUNSTREICH, Bern 25.01.2022, 10.00
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Die in Bern lebende Malerin Lisa Hoever zeigt aktuelle Arbeiten aus den letzten drei Jahren mit Öl auf Papier und übermalte Aquarelle im Kabinett des Museum Franz Gertsch.  Museum Franz Gertsch, Burgdorf 25.01.2022, 10.00
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Meret Oppenheim ist die bedeutendste Schweizer Künstlerin des 20. Jahrhunderts. Bekannt wurde sie als Schöpferin der berühmten Pelztasse und des Brunnens in Bern.  Kunstmuseum Bern, Bern 25.01.2022, 10.00
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Otto Wyler. Die schönsten Bilder

Die Ausstellung bietet Gelegenheit, diesem Maler wieder zu begegnen und seine eigenständige Verarbeitung der künstlerischen Strömungen seiner Zeit zu entdecken.  Museum Franz Gertsch, Burgdorf 25.01.2022, 10.00
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Paul Klee. Menschen unter sich

Paul Klee wird gemeinhin als unpolitischer Künstler wahrgenommen. Die Ausstellung stellt sich dieser Wahrnehmung entgegen.  Zentrum Paul Klee, Bern 25.01.2022, 10.00
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