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Lakonisch und tieftraurig: «Der Petwal» von Christoph Biedermann für «Reformiert». © Christoph Biedermann
Museum für Kommunikation, Bern

Galerie der Skandale

Schon vergessen, was 2019 alles Schlimmes passiert ist in der Welt? «Gezeichnet 2019» im Museum für Kommunikation lässt das Jahr anhand der besten Schweizer Pressezeichnungen Revue passieren. Wem die Zeit fehlt für hintergründige Berichterstattung oder wer zu reizüberflutet ist, um sich in aller Ruhe eine Meinung zu bilden, für den könnten die Bilder in «Gezeichnet 2019» ein Segen sein. Zum zwölften Mal zeigt das Museum für Kommunikation eine Auswahl der besten Schweizer Pressezeichnungen des Jahres, und bietet damit einerseits einen visuellen Rückblick auf das, was Helvetien und die Welt bewegte, und präsentiert andererseits eine Kunstform, wie wir sie vielleicht nicht mehr allzu lange sehen werden. So hat dieses Jahr zum Beispiel die «New York Times» aufgrund eines «Shitstorms» kurzerhand entschlossen, keine weiteren Karikaturen und Cartoons mehr zu publizieren. «Gezeichnet» ist daher eine gute Gelegenheit, um herauszufinden, was uns fehlen würde ohne Patrick Chappatte, Ruedi Widmer, Felix Schaad oder Caroline Rutz.

Ernsthaft zum Lachen

Naturgemäss ist diese Ausstellung eine Galerie der Skandale. Was die Zeichnerinnen und Zeichner inspiriert, und das Publikum amüsiert, ist wie immer die allzu grosse Idiotie der allzu Mächtigen. Wobei: Die Globale Erwärmung und ihre menschlichen Ursachen leihen der diesjährigen Ausgabe eine Tragik und einen Ernst, der weit über satirische Beobachtung hinausgeht. Die Kunst der besten Pressezeichnungen ist aber, dass sie einen auch bei solch düsteren Themen beinahe unfreiwillig zum Lachen bringen. Wie zum Beispiel der «Petwal» des Solothurner Zeichners Christoph Biedermann, der lakonisch einen Haufen Plastikmüll in die Höhe prustet, und uns ohne Worte darauf hinweist, wie absurd wir selber sind.

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