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Der Maler als 25-Jähriger: Selbstbildnis von 1955.© Franz Gertsch
Museum Franz Gertsch, Burgdorf

Eine Sonnenuhr zum Geburtstag

«Franz Gertsch. Frühling, Sommer, Herbst und Winter» heisst die Ausstellung über Gertschs langjähriges Schaffen. Zum 89. Geburtstag des Malers wird ein Erweiterungsbau des Museum eröffnet.

Veranstaltungsdaten

DI 12.03.2019 10.00 - 18.08.2019

Der Paläste- und Kirchenbau boomt nicht. Für Architektinnen und Architekten bietet dafür der Museumsbau viel kreativen Spielraum. Man denke da an den Louvre, die Rohre des Centre Pompidou in Paris, das Vitra Design Museum in Weil am Rhein, die Guggenheim Museen in New York und Bilbao oder das Kunsthaus Graz, dessen schimmernder, amöbenartiger Bau sich über die umliegenden Stadtgebäude stülpt. Solche Bauten konkurrenzieren mit ihrem Inhalt die ausgestellte Kunst.

Im Falle des 2002 eröffneten Museum Franz Gertsch in Burgdorf wurde dies verhindert: Der Künstler und die beiden Architekten Hansueli Jörg und Martin Sturm konzipierten gemeinsam die zwei Sichtbetonkuben und den Museumsgarten so, dass grossformatige Bilder von Gertsch und anderen Künstlern passend ausgestellt werden konnten.

364 Tage Sonne

Siebzehn Jahre später ist der Werk­umfang von Gertsch angestiegen, weshalb ein unterirdischer Erweiterungsbau kreiert wurde. Darin wird dauerhaft der jüngste und 2007 begonnene Bildzyklus Gertschs, die Vier Jahreszeiten, ausgestellt. Oberirdisch nimmt das kreierte Gebäude das Werkthema auf: das Bauwerk aus Beton ist eine «Vier-Jahreszeiten-Uhr», oder wie es der Architekt Martin Sturm nennt «eine Jahreszeiten-Sonnenuhr». Einschnitte an den Gebäudewänden sind geneigte Flächen, die dem Sonnenlauf angepasst sind. So wird eine Fläche nur am längsten Tag im Jahr beschienen, während eine andere 364 Tage im Jahr Sonne abbekommt.

Seltenes Selbstporträt

Eröffnet wird der Erweiterungsbau zum 89. Geburtstag des Burgdorfer Malers. Dazu wird im ganzen Museum eine Ausstellung seiner Werke von 1954 bis 2018 gezeigt, darunter das frühere seiner zwei einzigen gemalten Selbstporträts. «Franz Gertsch. Frühling, Sommer, Herbst und Winter» zeigt erstmals ein grossformatiges Bild namens «Pestwurz». Die übergrossen Blätter der Sumpfpflanze, auch «Regenhut» genannt, hat Gertsch schon in einem Holzschnitt 1993 und einem anderen fotorealistischen Bild dar­ge­stellt. Auch bei diesem neusten Werk arbeitete Gertsch mit Diavorlagen, die er auf die Leinwand projizierte, sie aber wie in der Jahreszeiten-Serie direkt mit Aquarellstiften auf die Leinwand skizzierte.

Events zu diesem Artikel

Ausstellungen

Franz Gertsch. Frühling, Sommer, Herbst und Winter

Zum 89. Geburtstag von Franz Gertsch eröffnet das Museum Franz Gertsch seinen Erweiterungsbau.  Museum Franz Gertsch, Burgdorf 12.03.2019, 10.00

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