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Nolde hatte eine Vorliebe für das Groteske: «Exotische Figuren I (Fetische)» (1911). © Nolde Stiftung Seebüll / Foto: Antje Zeis-Loi
Zentrum Paul Klee, Bern

Ein Wahlverwandter Klees

Maskenhafte Menschen und faszinierend Fremdes: 
Das Zentrum Paul Klee eröffnet die Ausstellung 
«Emil Nolde» über den deutschen Maler, der sich nirgends einordnen wollte. Der Bauernsohn Hans Emil Hansen aus Nolde, Schleswig-Holstein, verabscheute Kategorisierungen. Alles, was er wollte, war malen. Dennoch suchter er Anschluss in Gruppen, in denen er es jedoch nie lange aushielt: In der Dresdner Künstlervereinigung «Brücke» verweilte er nur knapp ein Jahr. Bei den Nationalsozialisten suchte er naiv nach Anerkennung für sein «Deutsches Werk». Stattdessen wurde er mit Malverbot bestraft, seine Kunst als «entartet» deklariert. Das Werk der Impressionisten belächelte er, obschon seine ersten Werke impressionistisch von einer farbigen Intensität und Auseinandersetzung mit der inneren und äusseren Welt erzählen.

 

Die Ausstellung «Emil Nolde» im Zentrum Paul Klee, kuratiert von der Chefkuratorin Fabienne Eggelhöfer in Zusammenarbeit mit der Nolde Stiftung Seebüll, beschäftigt sich mit dem umfangreichen Werk des Expressionisten und seiner Beziehung zu Klee. Die beiden verband eine Freundschaft, obschon sie anfänglich komplett unterschiedliche politische Ansichten hatten.

«Dämon dieser Region»

Der Querulant Nolde erweiterte seinen Horizont auf Reisen, die ihn auch in seiner Bildsprache nachhaltig geprägt haben. Erdige und massige Bilder von Gesellschaften, die maskenhafte Menschen zeigen, weichen exotischen Malereien fremder Kulturen. Auch das ist ein Element, das die beiden Künstler Nolde und Klee teilten: die Faszination am Andersartigen, Mystischen und Grotesken. Klee sagte über den Künstlerfreund: «Nolde ist mehr als nur erdhaft, er ist auch Dämon dieser Region. Selber anderswo domiziliert, fühlt man stets den Vetter dort der Tiefe, den Wahlverwandten.»

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