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Wolltunika aus Ägypten oder dem östlichen Mittelmeerraum (1.– 2. Jh. n. Chr.). © Abegg-Stiftung/Foto: Christoph von Viràg
Abegg-Stiftung, Riggisberg

Ein Stück für alle

Ein Umhang und seine tausend Möglichkeiten. «Luxus am Nil» heisst die neue Ausstellung der Abegg-Stiftung, die sich der Tunika in all ihrer Einfachheit und Pracht widmet. Von wegen unisex ist eine Modeerscheinung des 21. Jahrhunderts. Über viele Kulturkreise und etliche Jahrhunderte hinweg war die Tunika eines der beliebtesten Kleidungsstücke für Männer und Frauen. In seiner einfachsten Version ist eine Tunika nichts weiter als ein rechteckiges Stück Stoff, das dank einem Schlitz über den Kopf gestülpt werden kann. Das Ergebnis ist ein denkbar praktischer Umhang, der im ganzen Mittelmeerraum sowohl im spätantiken Ägypten vor über 1500 Jahren als auch von den Römern und im Mittelalter getragen wurde. Das Kleidungsstück wurde über alle Gesellschaftsschichten hinweg verwendet.

Mit Purpur und Gold

Die Abegg-Stiftung stellt in ihrer neuen Sonderausstellung «Luxus am Nil. Spätantike Kleidung aus Ägypten» mehrere noch gut erhaltene Tuniken aus, die dank trockenem Klima und auf Erhaltung abzielender Bestattungsriten erhalten geblieben sind.

Die Kleidungsstücke wurden teils auf zweieinhalb Meter breiten Webstühlen am Stück gefertigt. Mit steigender gesellschaftlicher Klasse veränderte sich auch die Zusammensetzung der Tunika. Die Arbeitskluft bestand meist aus ungefärbter Wolle oder Leinen. Mit der Farbe kamen geometrische und florale Musterungen oder darstellende Elemente dazu. Wertvollstes Material war die aus China importierte Seide, die gar mit Purpur oder Gold bestückt wurde. Auf diesen aufwendig gewebten Bordüren finden sich sodann farbenfrohe Abbildungen, die Fabelfische, Rehkitze, eine Stoffweberin, Meeresnymphen, Eros, Jäger, Tänzerinnen oder Athleten darstellen.

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