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Lässt sich auf diesem Bild eine Berglandschaft erahnen? Ausschnitt aus einem Ölgemälde ohne Titel von 2012.© Sfeir-Semler Gallery Hamburg / Beirut
Zentrum Paul Klee, Bern

Ein mannigfaltiges Universum

Schriftstellerin, Poetin, Malerin: Das Zentrum Paul Klee widmet der libanesischen Multikünstlerin Etel Adnan eine vielseitige Ausstellung.


Kleinformatige Ölbilder, auf denen sich Landschaften erahnen lassen, Leporellos, die eine Spannung zwischen Kalligrafie und Farbflächen entwickeln, Tapisserien, die von einer grafischen Experimentierfreude erzählen: Das Schaffen der 93-jährigen libanesischen Künstlerin Etel Adnan ist so mannigfaltig wie ihre Biografie. 1925 in Libanon geboren, machte sie sich zuerst einen Namen als Schriftstellerin. In ihrem ersten Buch, dem Antikriegsroman «Sitt Marie Rose» (1978) behandelte sie den libanesischen Bürgerkrieg. Sie avancierte zu einer wichtigen Stimme der arabischen Moderne. Bereits in den 60er-Jahren widmete sich Adnan auch der Malerei.

Die Ausstellung im Zentrum Paul Klee, die in Zusammenarbeit mit der in Paris lebenden Künstlerin entstanden ist, beleuchtet ein breites Spektrum von Adnans Arbeiten. «Wir wollen die Vielseitigkeit ihres Schaffens zeigen», sagt Chefkuratorin Fabienne Eggelhöfer. Besonders faszinieren die farbenfrohen Abbildungen des Mount Tamalpais. Der Berg in Kalifornien ist für die Künstlerin das, was der Vulkan Fuji für den japanischen Maler Hokusai war. Ein Bezugspunkt, den sie zigmal in lebhaft bunten Variationen darstellte, als sie in San Francisco lebte.

Im Dialog mit Klee

Adnan beschäftigte sich zeitlebens intensiv mit dem Werk von Paul Klee. Vergleicht man die beiden Biografien, lassen sich einige Parallelen aufweisen: Adnan wie auch Klee reisten viel und waren an verschiedenen Orten zuhause. Zudem ist das geschriebene und gemalte Wort ein wichtiger Teil ihrer Werke, beide fanden in der Abstraktion einen Weg, Sprache in Bilder zu übersetzen. 

Ein Teil der Einzelschau widmet sich einer bildlichen Gegenüberstellung der zwei Kunst­schaffenden. «Adnan hat eigens für die Ausstellung Bilder von Klee ausgewählt und in einen Dialog mit eigenen Werken gestellt», sagt Eggelhöfer. «Was muss ein Künstler alles sein, Dichter, Naturforscher, Philosoph», schrieb Klee in seinem Tagebuch. Bezeichnungen, die zweifelsfrei auf die bemerkenswerte Etel Adnan zutreffen.

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