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Cwynar thematisiert in ihrer Werkserie «Tracy» sexistische und kapitalistische Strukturen der Werbeindustrie.© Sara Cwynar, Tracy Cezanne, 2017, Sammlung Baloise Group
Museum Franz Gertsch, Burgdorf

Die Macht der Bilder

Die Fotografie-Collage «Tracy» der Künstlerin Sara Cwynar ist in «Groups and Spots. Zeitgenössische Kunst bei der Baloise» im Museum Franz Gertsch zu sehen. Die Ausstellung fokussiert auf Fotografien und Arbeiten auf Papier.

Da sind alte Parfümfläschchen, Make-up-Farb­paletten, Strümpfe, alte Fotografien und sogar eine einzelne Stricknadel zu sehen. Was der Inhalt einer alten Badezimmerschublade der Grossmutter sein könnte – vertraute, harmlos wirkende Gegenstände –, nutzt die in New York lebende, kanadische Künstlerin Sara Cwynar für ihre durchkomponierte Fotografie-Serie «Tracy», eine Mischung aus Collage und Porträt.

Mehr als Kitsch

Auf unserer täglichen Reise durch die Bilderflut des Internets begegnen wir zahlreichen vermeintlich harmlosen Bildkompositionen. Doch da wird selten etwas dem Zufall überlassen. Das weiss auch Cwynar und spricht mit ihren Fotografien die oftmals sexistischen und kapitalistischen Strukturen, die der Werbeindustrie zu Grunde liegen, an. Wie eine menschliche Suchmaschine sammelt, ordnet und komponiert Cwynar Gegenstände neu und macht so auch ihre Verbreitungsmuster und den schnelllebigen Charakter des Kapitalismus sichtbar. Die zu Beginn erwähnten Gegenstände – sie werden etwa nach Farbe oder Material sortiert – kombiniert die Künstlerin mit einer im Hintergrund posierenden Frau. Es ist ihre langjährige Freundin Tracy, die wie Cwynar eine grafische Ausbildung hat. Aus einer feministischen Perspektive durchleuchtet Cwynar die Objektivierung des weiblichen Geschlechts in der Werbebranche: Welche Posen etwa werden auf Bildern von Frauen erwartet? Und welche Rolle spie­len sie für unsere Selbstwahrnehmung?

Einzelwerke und Werkgruppen

Die Fotografie von Sara Cwynar ist derzeit in der Ausstellung «Groups and Spots» im Museum Franz Gertsch zu sehen. Sie gehört zur Sammlung der Baloise Group. Seit mehr als zwei Jahrzehnten vergibt die Baloise Groupe jährlich an der Art Basel den Baloise Kunst-Preis an zwei junge Kunstschaffende, darunter auch Cwynar. Nun wird die umfangreiche Sammlung, die ihren Schwerpunkt auf Fotografie und Papierarbeiten setzt, erstmals in einem Museum gezeigt. Die auf drei Räume ausgelegte Ausstellung zeigt neben jungen Talenten auch Schweizer Künstlerinnen und Künstler. So auch die Werkgruppe «Groups and Spots» von Claudia und Julia Müller, die gleichzeitig der Ausstellung den Namen gibt.

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