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«She said it not me» von Tina Braegger spielt mit dem Logo von The Grateful Dead.© Tina Braegger. Courtesy the artist and Société, Berlin
Kunsthalle Bern

Der Umgang mit dem Bären

Die Kunsthalle Bern zeigt mit der Ausstellung «Lose ­Enden» zeitgenössische Malerei von Künstlerinnen und Künstlern, die sich in ihren Positionen zwischendurch treffen, deren Fäden sich in den unterschiedlichen Inte­ressen aber auch wieder verlieren.

Die Frage, was Malerei ist und was Malerei kann oder soll, wird im kunstgeschichtlichen Diskurs fast ununterbrochen diskutiert und neu ausgehandelt. Findet sie auf der Leinwand statt? Zeigt sie sich in den Diskussionen, die sie auslöst? Was sind ihre Möglichkeiten, und welchen Standpunkt sollen die Betrachtenden einnehmen? Fragen über Fragen, in denen sich auch die Schreibende kurzerhand zu verlieren droht.

Doch zurück zur Malerei – um diese geht es in der neuen Ausstellung «Lose Enden» in der Kunsthalle Bern. Kuratiert wurde sie von Direktorin Valérie Knoll und der kuratorischen Assistenz Julia Künzi. Es ist die erste Gruppenausstellung zum Programmschwerpunkt Malerei. Zu sehen sind Künstlerinnen und Künstler, die zwischen 1986 und 1975 geboren sind und einen möglichen Überblick zu bestimmten zeitgenössischen Herangehensweisen zeigen, erklärt Künzi.

Der Bär als Container

Die gezeigten Malenden wie Dominik Sittig oder Georgia Gardner Gray kennen dieses Bezugsfeld und zeigen dies in ihren Werken. Von der in Berlin lebenden Schweizer Künstlerin Tina Braegger etwa ist «She said it not me» zu sehen. Sie eignete sich für ihre Werkserie den Bären, das Logo der psychedelischen Rockband The Grateful Dead, an und brachte diesen in unterschiedlichen Variationen auf die Leinwand. Es wäre naheliegend, nun eine Parallele zur Verbreitung und den unzähligen Reproduktionen des Symbols im Internet zu ziehen. Zu den Netzwerken des Informationszeitalters also, und zur Frage von Original und Kopie. Co-Kuratorin Künzi betont allerdings auch, wie Braegger in den letzten Jahren immer wieder versucht habe, unterschiedliche formalistische Stile in ihre Malerei einzubringen, wie Verzerrungen oder auch expressionistische Elemente, mit welchen sie diese Bären in einen kunstgeschichtlichen Bezug stellt. «Es geht weniger um den Bären an sich, sondern eher ihn als einen Container den Braegger immer wieder auffüllt», so Künzi.

Keine Netzwerke

«Lose Enden», der Ausstellungs­titel, soll auf das Wegkommen vom Netzwerkgedanken hindeuten und die Malerei nicht in Zusammenhang mit der Aneignung und Transformation von Informationstechnologien stellen. Die Ausstellung ist unterschwellig auch ein Weiterdenken nach der Ausstellung «Painting 2.0: Malerei im Informationszeitalter», die 2016 im Museum Brandhorst gezeigt wurde.

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