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Ekstatische Zustände der Gegenwart: ein Rave (Andreas Gursky: «May Day IV»).© Andreas Gursky, Courtesy Sprüh Magers, 2019, Pro Litteris Zürich
Zentrum Paul Klee, Bern

Berstende Sinne

Das Zentrum Paul Klee fokussiert in seiner neuen Ausstellung auf einen Zustand, der eigentlich nur schwer in Bilder und Worte zu fassen ist: die «Ekstase». Das Gesicht, bespannt von einer dünnen und fahlen Hautschicht, ist eingefallen, der Blick müde und leer, die Augen blutunterlaufen. Der deutsche Maler Otto Dix porträtierte in seinem «Bildnis der Tänzerin Anita Berber» aus dem Jahr 1925 die deutsche Tänzerin. Berber, die bereits im Alter von 39 Jahren starb, flocht in ihre oftmals splitternackt präsentierte Tanzkunst Themen wie Drogenkonsum, Alkoholismus und sexuelle Ausschweifungen mit ein. Dixs Gemälde ist ein Bildnis der ausschweifenden, rauschhaften Lebensweisen der Weimarer Republik in den 20er-Jahren.

Kunst ohne Selbstbeherrschung

Der Tanz ist eine epochen- und kultur­­übergreifende Technik, um in einen ekstatischen Gefühlszustand zu geraten ­– etwa mit schamanischen und rituellen Bewegungsabläufen oder kollektiven Tanzexzessen, wie sie die Rave-Kultur zelebriert. Spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts ist die Auseinandersetzung mit Rausch und Ekstase aus der Kunst nicht mehr wegzudenken.

Aus Zuständen, die frei von Selbstbeherrschung sind, etwa durch die Auswirkung von Rauschmitteln, aber auch durch Meditation, religiöse Riten, Sport oder Sex, resultiert spontane, rohe und eigenwillige Kunst.

Halluzinationen im Museum

Die Themenausstellung «Ekstase» im Zentrum Paul Klee kontrastiert das Phänomen Ekstase in der westlichen Moderne und der Gegenwart mit ausser­europäischen Ekstasephänome­nen sowie Ikonografien der religiösen Ekstase aus dem Mittelalter. Die Ausstellung beinhaltet Werke von Marina Abramovic, Andy Warhol, Wolfgang Tillmans, Andreas Gursky und weiteren.

In einem ausführlichen Rahmenprogramm unter anderem im Kino Rex im Lichtspiel und in der Dampfzen­trale wird das Thema zusätzlich beleuchtet.

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