mitgliederwerden grey iconMitglied werden
Archiv
Reif für auf den Sockel: die Pizzaschachtel und die Atemschutzmaske.© Bernisches Historisches Museum
Bernisches Historisches Museum

Berner Corona-Kabinett

Das Bernische Historische Museum schafft mit dem partizipativen Projekt «Corona-Zeit – Zeig was bleibt!» ein digitales Archiv von Gegenständen, die durch Corona eine neue Bedeutung erhalten haben.

So schnell sie auch kam, umso länger wird sie in Erinnerung bleiben: die Coronazeit. Sie wurde von uns allen ganz unterschiedlich erlebt, alle waren ganz unterschiedlich davon betroffen. Trotz viel Ungewissheit gab es gewisse Konstanten. Nämlich Objekte, die plötzlich eine ganz neue Bedeutung erhielten. Ob dies nun die viel zitierte und gehamsterte Klopapierrolle war oder doch die Joggingschuhe, die in Wäldern, Wiesen und entlang des Aareufers genutzt wurden – beide erhielten durch die Coronazeit ein Eigenleben.

Das Fenster in die Vergangenheit

Vieles hat sich in diesen letzten Monaten ins Digitale verschoben: das Homeoffice, etliche Telefonkonferenzen, Kon­zerte via Livestream oder virtuelle Klassenzimmer im «Zoom-Room». Gegenstände boten hier einen willkommenen Kontrastpunkt zur digitalen Hektik, die sich mancherorts entwickelt hat. Denn Gegenstände sind dauerhaft, erzählen in der Zukunft von der jetzigen Gegenwart und bilden somit ein Fenster in die Vergangenheit. Und man kann sie anfassen. Die Haptik ging in der ganzen digitalen Umgebung fast schon vergessen.

Damit auch zukünftige Generationen später einmal auf diese Ausnahmezeit in Bern zurückblicken können und dabei ein möglichst authentisches Bild vermittelt bekommen, hat das Bernische Historische Museum einen Aufruf an alle Bernerinnen und Berner gestartet. Das Museum sammelt Gegenstände, welche während der Coronazeit eine neue Bedeutung erhalten haben. Vorerst nur digital, in Form von Fotos und den dazugehörigen Geschichten. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die Gegenstände dann auch physisch ausgestellt.

Nähmaschinen und Grusskarten

Auf der Website sind bereits jetzt schon über 50 Bilder zu sehen und die dazugehörigen Geschichten zu lesen. Sie sind so vielfältig wie die Menschen, die sie eingeschickt haben, und so vielfältig, wie sich die Coronazeit auf uns Bernerinnen und Berner ausgewirkt hat. So ist beispielsweise das Foto einer Nähmaschine zu sehen, auf der nun Atemschutzmasken genäht werden, ein Spiegel, an dem lauter Postkarten mit aufmunternden Worten kleben, Wanderkarten von Bern und Umgebung oder ein Fotoalbum, extra gemacht für die eingefangenen Highlights während der Coronazeit.

In all diesen Gegenständen spiegelt sich die erlebte Zeit. Die Fotoalben beherbergen für einmal nicht Schnappschüsse aus der Ferne, sondern Momentaufnahmen einer emotionalen Reise zu Hause. Der Kaffeebecher «to go» zeigt nicht die Hektik am Morgen und die fehlende Zeit, sondern steht sinnbildlich für die temporär geschlossenen Cafés, Bars und Restaurants.

Bernisches Historisches Museum

Anmeldung Newsletter

Wetter in Bern

laden